Seit dem 10. Mai hat Deutschland rechnerisch mehr Ressourcen verbraucht, als die Erde in einem Jahr regenerieren kann. Würden alle Menschen so leben wie wir, bräuchten wir 2,8 Erden. Jede Person in Deutschland verbraucht laut WWF durchschnittlich 16 Tonnen Rohstoffe pro Jahr – mehr als das Dreifache des globalen Durchschnitts.
Die Vorstellung, drei Erden zu verbrauchen, ist abstrakt. Man kann sich einen Wald vorstellen, der lichter wird, wenn mehr Bäume gefällt als nachwachsen. Dies führt zu veränderten Böden, weniger Schatten und abnehmender Artenvielfalt, bis der Wald sich nicht mehr regenerieren kann.
Übertragen auf die Erde bedeutet das, dass wir Ressourcen schneller verbrauchen, als sie sich regenerieren. Um Schäden durch unseren Konsum zu vermeiden, bräuchten wir mehrere Planeten.
Deutschland erreicht diesen Tag fast drei Monate früher als der weltweite Durchschnitt. Und trotzdem gibt es einen kleinen Lichtblick: 2025 fiel der deutsche Erdüberlastungstag auf den 3. Mai – 2026 ist es sieben Tage später. Als Hauptgrund gilt der Ausbau erneuerbarer Energien. Es geht also – wenn auch langsam.
Die größten Treiber laut WWF: fossile Energien, Gebäudesektor, Straßenverkehr und industrielle Tierhaltung. Und einer der wirksamsten Hebel, den wir alle in der Hand haben, ist die Ernährung. Laut WWF verschiebt eine pflanzlichere Ernährung den Erdüberlastungstag allein um 7 Tage.
Auf dem Lammertzhof ist ressourcenschonende Landwirtschaft kein Trend, sondern Arbeitsalltag. Wir verzichten komplett auf chemisch-synthetische Pestizide, pflegen unsere Böden aktiv und wirtschaften nach Bioland-Richtlinien – ohne industrielle Tierhaltung. Nicht weil es einfach ist, sondern weil wir überzeugt sind, dass Landwirtschaft Teil der Lösung sein kann.
Der Boden ist keine Ressource, die man verbraucht. Er ist die Grundlage von allem.